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Dolomiten

Die Dolomiten: UNESCO Weltnaturerbe

Vor 250 Millionen Jahren wurden sie als Korallenriffe geboren, heute ragen die weißen Felstürme selbstbewusst in den Himmel und gehören seit 2009 zum renommierten UNESCO Weltnaturerbe.

Spitze Zinnen, schroffe Grate und steile Felswände glühen im Abendlicht in einem tiefen Rot auf, um über Orange und Violett sanft in die Dunkelheit der Nacht zu gleiten. Die einzigartige Zusammensetzung des Dolomitgesteins macht die so genannte Enrosadira möglich, ein wahres Wunder der Natur.

Mit ihrer unvergleichlichen Schönheit haben die Dolomiten die UNESCO verzaubert, genauso wie den großen Dichter Goethe, den Extrembergsteiger Reinhold Messner und Stararchitekten Le Corbusier. "Damit haben die Dolomiten die weltweit höchste Anerkennung für eine Naturstätte erreicht", so Landeshauptmann Luis Durnwalder.

Entstehung

Die Dolomiten sind ein Teil der Südalpen und zeichnen sich durch das besondere, helle Dolomit-Gestein aus. Es besteht aus versteinerten Korallenriffen aus dem Trias-Zeitalter (vor etwa 250 Millionen Jahren). Diese Riffe wurden von Organismen und Sedimenten im tropischen Urmeer Tethys gebildet.

Durch das Aufeinanderprallen der adriatischen und der eurasischen Platte wurde der gesamte Alpenraum in die Höhe geschoben, wodurch auch die Dolomiten zum Gebirge wurden.

Interessant ist die unterschiedliche Ausprägung der Felsformationen. Schlern- und Sella-Massiv weisen die Form von Tafelbergen auf, zwischen denen sich ausgedehnte Hochflächen wie die Seiser Alm erstrecken. Im Kontrast dazu stehen die stark zerklüfteten Massive wie etwa die Drei Zinnen und der Rosengarten. Grund hierfür sind Gesteins-Partien, die vulkanischen Ursprungs sind. Diese verwittern leichter und lassen Zerklüftungen und abgerundete Ebenen entstehen.

Benennung

Der Name der Dolomiten wie auch des Dolomitgesteins leitet sich von dem französischen Geologen Déodat de Dolomieu (1750-1801) ab, der als erster das charakteristische Gestein beschrieben hat. Davor war die Bezeichnung „Monti pallidi" - "bleiche Berge" verbreitet. Der eigentliche, von Dolomieu beschriebene "Dolomit" ist ein Mineral, ein Calcium Magnesium Carbonat, das zu unterschiedlichen Anteilen in den weißlich-grauen Kalksedimenten des Dolomiten-Gebirges enthalten ist.

Bevölkerung

In den einst sehr unzugänglichen Dolomitentälern konnte sich die ladinische Sprache bis heute halten. Es handelt sich dabei um eine rätoromanische Sprache, die sich aus dem Vulgärlatein entwickelte. Vor Jahrhunderten im Alpenraum weit verbreitet, sind heute wenige rätoromanische Sprachinseln geblieben (Dolomiten, Graubünden).
Zudem verläuft die Sprachgrenze zwischen deutsch und italienisch ebenfalls im Dolomitengebiet. In den Südtiroler Tälern Gadertal und Gröden werden deshalb alle drei Sprachen gesprochen.

Geschichte

Zwischen 1866 und 1918 verlief die österreichisch-italienische Grenze durch die Dolomiten. Südtirol, das Trentino, Buchenstein und Cortina waren österreichisch. Während des ersten Weltkrieges (1915-1918), als Italien auf Seiten der Entente stand, verlief hier die Gebirgsfront. Vielerorts sind noch Kriegsspuren, wie in den Berg getriebene Stollen zu sehen. Bekannt ist der durch Sprengung zum Einsturz gebrachte Gipfel des Col di Lana.

Heute liegen die Dolomiten zur Gänze auf italienischem Gebiet, zu etwa gleichen Teilen in den Provinzen Südtirol, Trient und Belluno.